Das Stück
„Riebl eassa, wähla go“ führt das Publikum in die Jahre 1945 und 1946 – in eine Zeit des Mangels, des Wartens und des vorsichtigen Neubeginns.
Der Krieg ist vorbei, doch vieles ist noch ungewiss. Während französische Soldaten die Region besetzen, versuchen die Menschen zwischen Lebensmittelkarten, Wohnungsnot und den Erinnerungen an die vergangenen Jahre ihren Alltag neu zu ordnen.
Bei diesem Theaterspaziergang wandert das Publikum von Szene zu Szene durch das Kieswerkareal am Alten Rhein. Begegnungen mit Heimkehrern, Müttern, Besatzungssoldaten, Grenzgängern und anderen Figuren lassen die Nachkriegszeit lebendig werden und erzählen von den großen politischen Veränderungen ebenso wie von den kleinen persönlichen Geschichten dahinter.
Mit Humor, berührenden Momenten und regionalen Erinnerungen entsteht eine Reise in eine Zeit, die noch gar nicht so lange vergangen ist.
Eine Kollage
Wie Erinnerungen selbst springt auch „Riebl eassa, wähla go“ von einem Augenblick zum nächsten.
An einer Station wird über Lebensmittelkarten diskutiert, wenige Schritte weiter begegnet man zwei Frauen beim Riebl kochen, erlebt die ersten demokratischen Wahlen nach dem Krieg oder hört von den Sorgen jener Menschen, die auf die Heimkehr ihrer Angehörigen warten.
Manche Szenen erzählen historische Ereignisse, andere greifen überlieferte Geschichten und Erinnerungen auf, wieder andere entstehen aus dem Versuch, sich vorzustellen, wie sich diese Zeit angefühlt haben könnte.
Verbunden werden die einzelnen Bilder durch den Weg entlang des Alten Rheins und durch die Menschen, die hier gelebt, gehofft, gezweifelt und neu begonnen haben. Aus vielen kleinen Geschichten entsteht so ein gemeinsames Bild einer Region im Wandel.
Gedanken zum Stück von Heidi Salmhofer
2023 schrieb und inszenierte sie das Theaterstück „Die Korrektur eines Tunichtguts“ für das Jubiläumsjahr 100 Jahre Diepoldsauer Rheindurchstich.
Mit „Riebl eassa, wähla go“ widmet sie sich nun der Besatzungszeit 1945/46 und entwickelt gemeinsam mit dem Theater im Kies einen Theaterspaziergang, der regionale Geschichte unmittelbar erlebbar macht.